• Karin Zeger

Jedes Stück ist besonders

Das Herz schlägt jedem Keramiksammler höher, wenn Engelbert Kimmich seine Schätze zeigt: Beinahe in jedem Zimmer seines Hauses in Aichhalden findet sich Majolika-Geschirr – sorgfältig ausgesucht, jedes Stück besonders.


Aus ganz Europa stammen die seltenen Majolika-Stücke aus der umfangreichen Sammlung von Engelbert Kimmich. Fotos: Zeger

16 Jahre alt war Engelbert Kimmich, als er mit dem Sammeln von Majolika-Geschirr begonnen hat. Heute, mehr als sechs Jahrzehnte später, kann er die genaue Anzahl seiner Steingut- und Porzellanteile auf Anhieb garnicht so genau nennen, aber eine Geschichte kennt er zu jeder Tasse, zu jeder Vase, zu jedem Teller. Engelbert Kimmich ist in Schramberg aufgewachsen und kam deshalb bereits als Kind mit der Majolika in Berührung. Sonntags hat er oft dabei geholfen, die Brennöfen zu säubern. Besonders liegt ihm das Motiv »Rembrandt« am Herzen, das von Obermaler Johannes Bartel (1868 bis 1923) entworfen worden ist.



Der markante Schwarzwaldhof findet sich bei dem gebürtigen Aichhalder auch auf Aschenbechern, auf Schnapsbechern samt Flaschen, auf verschieden Brunnen oder auf Vasen in allen denkbaren Größen. Darunter auch die größte Bodenvase, die einst in der Majolika in einem Stück hergestellt worden ist. Ab einer gewissen Größe passten sie nämlich nicht mehr in den Brennofen und wurden darum in zwei Teilen hergestellt. Bei dem Schwarzwald-Dekor kommt es Engelbert Kimmich, der als Mechaniker tätig war, darauf an, von welchem Künstler sie stammen. Die meisten der Stücke in seiner Sammlung hat der »Rembrandt«-Erfinder Johannes Bartl selbst gemalt.




»Mein Enkel meint, ich hätte ein richtiges Museum daheim«,

erzählt Engelbert Kimmich und sieht sich um: Ganz unrecht hat der Nachwuchs mit dieser Feststellung nicht, denn schließlich finden sich in seiner Sammlung seltene Stücke, um die ihn nicht nur das Schramberger Stadtmuseum beneidet. Mehrere Vitrinen hat Engelbert Kimmich sorgsam mit Majolika-Geschirr dekoriert – sortiert und geordnet nach Dekoren. Große Stücke stehen auf Anrichten oder auf Schränken. Und weil so eine umfangreiche Sammlung auch gehegt und gepflegt gehört, werden die Teile in regelmäßigen Abständen vom Staub befreit und gereinigt.

»Das ist Arbeit für mehrere Tage.«

Dabei darf sich der Rentner auf die Unterstützung von seiner Frau verlassen. Eigentlich hat Engelbert Kimmich aufgehört, aktiv nach Majolika-Geschirr zu suchen. Früher stöberte er dafür im Internet oder besuchte Auktionen. Doch so ganz hat ihn das Sammelfieber noch nicht losgelassen: Bei besonderen Sachen kann er nicht nein sagen.

»Aber ich tausche nur noch.«

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