• Karin Zeger

»Nur nichts berühren«

Erinnerungen | Gleich drei Langenbacher-Generationen arbeiten für die SMF


»Die Schramberger Majolika war für uns Langenbachers die Welt schlechthin, sie war unser Leben«,

erinnert sich der Fotograf Rainer Langenbacher.


Noch heute arbeiten die Eigentümer, die Geschwister Annette und Michael Melvin, eng mit dem Schramberger zusammen. So stammen beispielsweise sämtliche Fotoarbeiten für die Internetseite von Rainer Langenbacher. Dessen Erinnerungen an die Majolika sind vielfältig:

Der Schramberger Fotograf Rainer Langenbacher: »Vor allem der persönliche Kontakt mit Annette und Michael Melvin sowie mit deren Mutter Julie halten die goldene Zeit der Majolika immer lebendig.«

»Angefangen bei meinem Großvater Ferdinand Langenbacher, der mehr als 50 Jahre als Keramikmalermeister und Designer in der SMF tätig war sowie meiner Oma Ottilie, die viele Jahre gemeinsam mit ihrer Schwester Gertrud Rapp dort arbeitete. Später fand auch mein Vater Karlheinz zunächst als Lehrling und dann als Keramikmaler einen fast lebenslangen Arbeitsplatz – bis zur endgültigen Schließung.

Meine persönlichen Erinnerungen an die Majolikazeit im Hause Langenbacher reichen bis ins Jahr 1965 zurück. Im Majolikazimmer in der Hohenbergstraße, war immer viel Zerbrechliches an Mustertellern und Mustervasen zu finden. Viele Majolikadekore hatten hier ihre Entstehung und ihre Testphase. Eine große Ränderscheibe stand auf dem Maltisch und mein Opa bemalte Tassen, Teller und vor allem riesige Schwarzwaldvasen. ›Nur nichts berühren‹, das war immer die Anweisung an seinen Enkel. Das ganze Haus war mit Majolika-Gegenständen dekoriert. Auch viele Dekore, die nie auf den Markt kamen, waren dort zu finden.

Gut erinnere ich mich an das große Fest meines Großvaters, als dieser sein 40. Arbeitsjubiläum in der SMF feiern konnte. Dies war Ende der 1960er-Jahre. Mit einem riesigen Majolika- Sparschwein wurde ich von Peter Meyer eigens beschenkt.

Annette Melvin (links) überreicht Blumen an Ferdinand und Ot tilie Langenbacher. Der Großvater von Rainer Langenbacher feierte Ende der 1960er Jahre sein 40. Arbeitsjubiläum bei der SMF. Fotos: Langenbacher, © adragan – stock.adobe.com

In den Jahren danach erinnere ich mich an die Hannover Messen im Frühjahr, zu denen mein Opa von Chauffeur Reinhard Emminger und Peter Meyer persönlich im großen Geschäftswagen abgeholt wurde. Nach drei Tagen war der Opa wieder mit einem Überraschungsgeschenk zurück. Aber genauso gut kann ich mich an den plötzlichen Tod von Peter Meyer erinnern. Als einer der ersten wurde damals mein Opa informiert. Mit der Schließung der Firma endete für unsere Familie eine so prägende Zeit der Schramberger Majolika, die heute nur noch in vielen kleinen Erinnerungsstücken zu finden ist. Doch die Erinnerung – und vor allem der persönliche Kontakt mit Annette und Michael Melvin sowie mit deren Mutter Julie – halten die goldene Zeit der Majolika immer lebendig.«


»Ein Stück der Schramberger Geschichte bleibt somit noch für hoffentlich viele Jahre erhalten. Zum 200. Bestehen der Schramberger Majolika gratuliere ich der Familie Melvin ganz herzlich.«

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